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„Der Lösung ist es egal, warum das Problem entstanden ist.“
W. Herren
So paradox dieses Zitat von W. Herren im ersten Moment wirken mag, so kraftvoll ist es als Prinzip der Konfliktbewältigung in Teams. Wenn sich Mitarbeitende streiten, die Zusammenarbeit im Team nicht recht funktioniert oder gemeinsame Veränderungsprozesse ins Stocken geraten wird meist erst sorgfältig analysiert, Ursachen gesucht und oft werden Schuldige dafür ausgemacht. Sitzungen und Besprechungen stehen oft im Zeichen ausgiebiger Problemanalysen.
Der SolutionCircle stellt diese Vorgehensweise und den dahinter stehenden Denkansatz auf den Kopf und zeigt einen Weg auf, wie effizienter und erfolgreicher im Team gearbeitet werden kann.
Dieses Buch ist eine Einladung
Eine Einladung an Sie, sich mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Vorgehensweise auseinander zu setzen, um mit Teams in kurzer Zeit nachhaltige Entwicklungsschritte zu gehen – und dies auch in turbulenten Situationen. Diese Vorgehensweise – der SolutionCircle – stellt in vielerlei Hinsicht einen Paradigmawechsel bezüglich der Arbeit mit Gruppen dar:
Wird in schwierigen Situationen zumeist in erster Linie nach dem „Warum“ und „Weshalb“ gefragt, so interessieren wir uns im SolutionCircle nach dem „Wohin“!
Wird in herkömmlichen Vorgehensweisen viel Zeit und Energie für die fundierte Problemanalyse verwendet, konzentrieren wir uns konsequent auf die Erfolgserlebnisse in der Vergangenheit, um darauf Lösungen aufzubauen.
Wurde bisher hauptsächlich versucht, Defizite im Team zu eliminieren, suchen wir im SolutionCircle Entwicklungsschritte auf den vorhandenen Fähigkeiten und Kompetenzen aufzubauen.
Entstanden ist der SolutionCircle in meiner Praxis als Coach. Durch Aufträge von Unternehmen herausgefordert, die mir kaum Zeit gaben, mit Teams in schwierigen Situationen zu arbeiten, habe ich nach Formen und Methoden gesucht, die mit wertschätzender Haltung und nachhaltiger Wirkung komplexe Teamsituationen bewältigen konnten. Auf der Suche nach einer geeigneten Vorgehensweise sind mir folgende Punkte wichtig gewesen:
• Mich interessierten weniger theoretische Modelle als konkrete, praxiserprobte Vorgehensschritte, wobei ich nach Wegen suchte, die funktionierten und sich im konkreten Alltag der Teams als hilfreich erwiesen.
• Mir war wichtig, Werkzeuge einzusetzen, die in kurzer Zeit die Energien im Team auf die Lösung zentrierten. Schon allzu oft habe ich Situationen erlebt, in denen einzelne oder ganze Gruppen von Menschen im Leiden und Klagen verweilten. Teamsitzungen und Pausen wurden verwendet, die Unzulänglichkeiten und Missstände aufzulisten doch der entscheidende Schritt zur Lösung hin wurde nicht gegangen. Oder ich erlebte Teams, die vor entscheidenden Veränderungssituationen standen, aber in Reglosigkeit verharrten etwas resigniert, wollten sie möglichst alles beim Alten belassen.
• Ich suchte nach Möglichkeiten, mehr mit dem Team zu erreichen, als „nur“ eine schwierige Situation zu bewältigen oder Probleme zu lösen. Genau in diesen turbulenten Situationen liegt eine gewaltige Chance zur Weiterentwicklung des Teams. Und diese Chance soll mit der gewählten Vorgehensweise genutzt werden!
• Ich hielt Ausschau nach einer einfachen und einsichtigen Methode, darauf bedacht, keine Vorgehensweise anzuwenden, die nur mit sehr viel Fachwissen eingesetzt werden konnte. Ich schaute mich nach Werkzeugen um, die von jedem Teamleiter, jeder Abteilungsleiterin und auch von Teammitgliedern selbst wirkungsvoll in unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden können.
• Und ich war brennend daran interessiert, dass die Arbeit mit dem Team Resultate zeigte, die auch umgesetzt werden können. Vor meinem geistigen Auge sehe ich dutzende von Karten mit Teamregeln, Teamanalysen und daraus abgeleiteten Massnahmen. Ich habe viele Workshops zu Teamentwicklung, Performancesteigerung und Kriseninterventionen als Teammitglied und als Teamleiter erlebt doch wenn ich an all die Flipcharts mit all den Massnahmen denke, und was davon umgesetzt wurde, ist die Ausbeute eher mager. Aus diesem Grunde wollte ich herausfinden, wie es gelingen kann, dass Teams sich wirklich gemeinsam in eine gewünschte Richtung hin zu ihren Zielen bewegen.
Der SolutionCircle
Ich habe mich entschlossen, diese Methode, die im Folgenden vorgestellt werden soll, „SolutionCircle“ zu nennen. Dieses Etikett und der dahinter stehende Ansatz baut auf der Entwicklung einer klaren, realitätsnahen Vorstellung der erwünschten Teamzukunft auf: eine gemeinsame Zukunftsvorstellung, die ein spannendes, effektives, lustvolles und zielorientiertes Arbeiten verspricht. Wir richten uns dabei konsequent nach den angestrebten Zielen aus und nicht nach den Problemen, die uns daran hindern könnten, dorthin zu gelangen! Um dies zu erreichen, ist es ganz zentral, mit den vorhandenen Ressourcen die den Boden darstellen, auf dem die erwünschte Zukunft wachsen kann zu arbeiten, sie zu erkennen und zu beleuchten.
Ich wollte ein kleines Buch schaffen, das einen guten Überblick über die Methode gibt, ein Buch, das Sie als Leserin und Leser mit verhältnismässig geringem Zeitaufwand lesen können und Ihnen helfen soll zu entscheiden, ob Sie sich mit dem SolutionCircle vertiefter auseinander setzen möchten.
Ich hoffe, es wird diesem Ziel gerecht. Zum einen wünsche ich mir, dass es Sie und andere Menschen anregt und inspiriert, einzelne Elemente des SolutionCircles im Alltag einzusetzen, zum anderen, dass Sie bei Ihren ersten vorsichtigen Versuchen mit dem SolutionCircles zu arbeiten einige wirkliche Sternstunden erleben dürfen und sich darauf mit Begeisterung und Freude vertiefter mit dieser Vorgehensweise beschäftigen werden.
Tipps und Tricks
In den nachfolgenden Kapiteln finden Sie das „Handwerkszeug“ dazu: Die vier Grundprinzipien werden vorgestellt, jedes einzelne Element erklärt, die wichtigen Werkzeuge erläutert. Viele Beispiele aus der Praxis illustrieren, wie die Vorgehensweise wirken kann. Dieses Buch ist als Werkstattbuch konzipiert, dass Ihnen hilfreiche Tipps und Tricks liefert. Doch Tipps und Tricks stellen kein Allheilmittel dar schon alleine, weil Menschen nicht so reagieren wie Maschinen. Ein Fingerzeig kann bei einem Team wunderbar passen in einer anderen Situation jedoch gar nicht. Menschen sind in ihren Reaktionen oft unberechenbar und reagieren in unterschiedlichen Situationen anders. Wenn Sie also blindlings die hier vorgestellten Tipps und Tricks anwenden, könnte es durchaus geschehen, dass Sie plötzlich am Ende ihres Lateins ankommen ganz einfach, weil der Trick nicht funktioniert.
Ihr Tun sollte Ihnen entsprechen, Ausdruck Ihrer Haltung und Überzeugung sein. Ansonsten könnten Sie als jemand entlarvt werden, der nicht meint, was er sagt. Alles, was Sie aufgrund der Lektüre dieses Buches für sich ableiten und schliesslich tun sollten Sie zu etwas machen, das zu Ihnen passt.
Viel Spass mit diesem praxisorientierten Buch. Nutzen Sie es, die lösungsorientierte Arbeitsweise genau dann in Teams zu tragen, wenn es darum geht, Fortschritte in eine gemeinsame Richtung zu erzeugen. Experimentieren Sie mit den lösungsentwickelnden Fragen, nutzen Sie kreativ einzelne Elemente des SolutionCircles in Abteilungssitzungen. Fangen Sie einfach klein an. Seien Sie gespannt auf das, was passiert. Am Ende ist es Ihre eigene Erfahrung, die zählt. Dieses Buch ist eine Einladung ich hoffe, Sie nehmen Sie an und es wird Ihnen dabei gehen wie mir: Dann werden Sie in der Anwendung mutiger, dynamischer und neugieriger; Sie werden neue Handlungsspielräume entdecken und mit Ihrem Team erfolgreicher Ziele erreichen.
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